Erdwärme

Nico Kaiser::@Flickr.com

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Wenn Großfahrzeuge auffahren und plötzlich ein tiefes Loch in den Garten Ihres Nachbars bohren, dann könnte es sich um eine neue Heizung handeln. Erdwärme, oder auch Geothermie genannt,  ist bei immer mehr Menschen eine willkommene Möglichkeit, umweltgerecht, zukunftsweisend und emissionsfrei zu heizen. Doch was genau ist Erdwärme?

Technik, die begeistert

Als Erdwärme versteht man gemeinhin die in der Erdkruste gespeicherte Wärme. Durch das Anlegen eines Bohrloches wird der erste Schritt zur Förderung der kostbaren Wärme gemacht. In diesen Schacht wird später die Erdpumpe gelegt. Diese ermöglicht das Pumpen der Wärme in Ihr Haus. Erdwärme ist weder begrenzt, noch kostet ihre Gewinnung Geld. Genau wie bei Solar- und Windnutzung sind die Unterhaltungskosten einer Erdwärmepumpe überschaubar.

Einsatzgebiete? Überall!

Der große Vorteil von Erdwärme besteht darin dass sie beinahe überall nutzbar ist. In Gebieten mit seismischen Bewegungen – also in Erdbeben Gebieten – schließt sich die Gewinnung von Erdwärme aus. Eine Bohrung könnte Erosionen auslösen und dramatische Folgen haben. Immerhin muss bis zu 100 m tief gebohrt werden. Aber es ist selbstverständlich auch in diesen Gebieten möglich, Erdwärme zu gewinnen. Wie das geht? Durch die Luft! Auch in der Luft ist Wärme gespeichert. Diese im Winter herauszuziehen ist seit einigen Jahren machbar. Solche Systeme sind allerdings nichts für Menschen, die leicht frieren. Denn die höchst mögliche Temperatur liegt bei gerade mal 70 Grad Celsius.

Für wen dieses Heizsystem Sinn?

Dennoch macht die Anschaffung einer Erdwärme Heizung für nahezu jeden Hausinhaber Sinn. Auch wenn die Bohrungen mit einer stattlichen Summe von bis zu 15.000 Euro hart zu Buche schlagen. Das Aufstellen der technischen Einheit sowie die laufenden Kosten einer Erdwärme Heizung rentieren eine solch hohe Summe nach nur knapp 5 Jahren. Auch staatliche Förderungen sind drin. Hier ist allerdings nicht soviel zu erwarten wie bei vergleichbaren Anlagen im Wind – oder Solarbereich. Am einfachsten ist sicherlich das Aufstellen einer Erdwärme Heizung in einem Neubau. Das heißt aber nicht, dass in die Jahre gekommene Häuser auf Wärme aus dem Erdreich verzichten müssen! Im Gegenteil: oft macht das Umrüsten eines Altbaus mit einer modernen Erdwärme Heizung mehr Sinn als weiterhin die teuren Heizöl und Gaspreise zu bezahlen.

Gibt’s auch Nachteile?

Machen Sie sich doch einfach unabhängig von Preisspekulationen, von lecken Gaspiplines oder Kriegsgebieten. Die Wärme der Erdkruste ist eine zukunftsweisende, schon seit Jahrzehnten auf Island genutzte und nun auch in Europa endlich angekommene Variante, sein Haus schön warm zu bekommen und den Geldbeutel endlich ein wenig zu schonen. Die Vorteile überwiegen bei diesem Heizsystem deutlich. Tatsächlich ist der einzige Nachteil der hohe Anschaffungspreis. Vergleicht man aber die Anschaffungskosten einer solchen Heizung mit zum Beispiel einer Pelletheizung dann muss hier klar gesagt werden, dass die Anschaffungskosten je nach Bohrung um maximal ein Drittel höher liegen. Die laufen Kosten – also die Betriebskosten – sind im gleichen Vergleich von Anfang an um zwei Drittel niedriger.

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Letzte Aktualisierung: 16. Januar 2015 von Welche-Heizung.info